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Geschichte

Am Anfang, so wird berichtet, steht Shakespeare. Anlässlich der Uraufführung von „Macbeth“ in London sollen zahlreiche anwesende Damen ohnmächtig geworden sein.
Grund dafür war, dass die Akteure zu viel Blut vom Schlachter geholt und verwendet hatten. Damals wie heute wünscht das Publikum solch schaurig – schönen Nervenkitzel.
Doch die Grenzen liegen in der Physiologie des Menschen.
In kaum einen Menschen befinden sich mehr als acht bis neun Liter Blut.
Diese grenzen geraten jedoch oft außer Sichtweite. Die Darstellung ist umso besser, je größer der Effekt ist.
Diese Vorliebe scheint in der Natur des Menschen zu liegen.

In der Wunddarstellung kommt es in ähnlicher Weise auf den Effekt an.
Ein erster Eindruck soll vermittelt werden. Auch in der RUD handelt es sich sozusagen um ein Theaterspiel.
Darsteller sind die Mimen, Spielleiter der Gruppenführer, Maskenbildner die Realistiker („Schminker“) und Zuschauer die Handelnden.
Wie beim Theater existiert auch in der Wunddarstellung ein Drehbuch, erdacht meist vom Ausbilder.

Erfahrungen der Britischen Armee wurden genutzt um Sanitäter im 2. Weltkrieg auf den Anblick von schlimmen Verletzungen vorzubereiten.
Zunächst übernahmen Berufsschauspieler diese Aufgabe. Bis 1950 bot man Verletzungskarten zum Anbinden an,
in den folgenden Jahren wurden hauptsächlich Moulagen in Form von Gummiattrappen angeboten, welche am Körper aufgeklebt wurden.
Später folgten Broschüren, Bücher und Arbeitsmappen.
Das Materialangebot war jedoch noch dürftig. 1964 wurde der erste Schminkkasten „Mehlem64“ entwickelt,
welcher in abgewandelter Form bis heute Verwendung findet. Auch im DRK der DDR wurde die RUD genutzt um das Ausbildungsniveau der Helfer zu verbessern.
1988 wurde das Handbuch „Realistische Wund- und Unfalldarstellung“ rausgegeben, auf welches auch heute noch gerne zurückgegriffen wird.
Die realistische Wirkung der Wunden setzt selbstverständlich Anatomiekenntnisse voraus.
Oft werden Frakturen an Stellen geschminkt, an der sich keine Knochen befinden. Realistiker werden daher angehalten sich damit zu befassen.



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